Glattwalzwerkzeuge
Innen-, Außen- und Einrollen-Glattwalzwerkzeuge für CNC-Drehmaschinen und Bearbeitungszentren. Spiegelglatte Oberflächen in Sekunden — ohne Schleifen, ohne Honen, ohne Materialabtrag.
Glattwalzwerkzeugprogramm
Mehrrollen-Werkzeuge
TI Series
Innen-Glattwalzwerkzeuge
Mehrrollen-Werkzeuge für offene und blinde Bohrungen sowie Stufenbohrungen. Durchmesserbereich: 10–160 mm. Selbstvorschub- und Maschinenvorschub-Varianten für Universal- und CNC-Maschinen.
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TE Series
Außen-Glattwalzwerkzeuge
Mehrrollen-Werkzeuge für gerade und abgestufte Wellen. Durchmesserbereich: 3–20 mm. Selbstvorschub- und Maschinenvorschub-Varianten.
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Was ist Glattwalzen?
Glattwalzen ist ein spanloses Feinbearbeitungsverfahren, bei dem gehärtete Rollen die Oberfläche eines metallischen Werkstücks plastisch verformen. Die Rollen drücken mit kontrollierter Kraft auf die Oberfläche — Rauheitsspitzen werden in die Täler eingedrückt und erzeugen so eine glatte, spiegelähnliche Oberfläche.
Im Gegensatz zum Schleifen oder Honen wird kein Material abgetragen. Die Oberfläche wird kaltverfestigt: Das Gefüge wird verdichtet statt geschnitten. Dadurch entsteht eine mechanisch überlegene Oberfläche mit höherer Tragfähigkeit, erhöhter Härte und Druckeigenspannungen, die die Dauerfestigkeit verbessern.
Der Prozess dauert Sekunden — nicht Minuten. Eine vorgedrehte Bohrung mit Ra 3,2 µm erreicht in einem Durchgang Ra 0,1 µm. Keine Späne, kein Schleifstaub, kein Schlamm, kein zusätzlicher Bearbeitungsschritt.
Welches Werkzeug brauche ich?
- Innenbohrungen (offene oder blinde Bohrungen) — Durchmesser 10–160 mm → TI Series
- Außenwellen — Durchmesser 3–20 mm → TE Series
- Konturen, Planflächen, Radien, Kegel — flexible Einzelrolle → SRF Series
- Manuelle Maschinen oder Bohrmaschinen — Selbstvorschub-Varianten (S) ziehen sich selbst durch die Bohrung
Glattwalzen im Vergleich zu anderen Feinbearbeitungsverfahren
Glattwalzen ersetzt oder vermeidet in vielen Anwendungen den Einsatz von Schleifen, Honen, Läppen und Polieren.
| Glattwalzen | Schleifen | Honen | |
|---|---|---|---|
| Oberflächenqualität | Ra < 0,1 µm | Ra 0,1–0,8 µm | Ra 0,1–0,4 µm |
| Bearbeitungszeit | Sekunden | Minuten | Minuten |
| Materialabtrag | Keiner (plastische Verformung) | Ja (abrasiv) | Ja (abrasiv) |
| Oberflächenhärte | Erhöht (Kaltverfestigung) | Risiko thermischer Schädigung | Unverändert |
| Eigenspannung | Druckspannungen (vorteilhaft) | Zugspannungen (nachteilig) | Neutral |
| Späne / Abfall | Keiner | Schleifstaub, Schlamm | Abrasive Suspension |
| Spezialmaschine | Nein — nutzt vorhandene CNC-Maschine | Ja (Schleifmaschine) | Ja (Honmaschine) |
| Maßhaltigkeit | 2,5 µm Präzision | 1–5 µm | 1–5 µm |
Vorschub & Drehzahl
Empfohlene Startwerte für Innen-Glattwalzwerkzeuge. Je nach Werkstoff und Anforderungen an die Oberflächenqualität anpassen.
| Größenbereich (mm) | Vorschub min. (mm/U) | Vorschub max. (mm/U) | Drehzahl (U/min) |
|---|---|---|---|
| 4–9 | 0.13 | 0.31 | 1.500–3.000 |
| 9–16 | 0.31 | 0.51 | 1.000–2.000 |
| 16–22 | 0.48 | 0.69 | 600–1.200 |
| 22–32 | 0.56 | 1.25 | 600–1.200 |
| 32–44 | 1.22 | 1.80 | 300–600 |
| 44–57 | 1.45 | 2.67 | 200–400 |
| 57–70 | 1.91 | 3.15 | 170–340 |
| 70–95 | 1.37 | 2.95 | 170–340 |
| 95–108 | 1.98 | 3.07 | 100–200 |
Aufmaßleitfaden
Das Aufmaß ist das zusätzliche Material, das nach der Vorbearbeitung (Drehen oder Reiben) auf dem Durchmesser stehen bleibt. Das richtige Aufmaß stellt sicher, dass die Rollen genügend Material zum Verdichten haben, um eine glatte Oberfläche zu erzeugen.
| Werkstoffart | Größenbereich (mm) | Aufmaß auf dem Durchmesser (mm) |
|---|---|---|
| Hohe Duktilität (< 40 HRC) weichgeglühter Stahl, Edelstahl, Aluminium, Messing, Bronze | 4–12 | 0.01–0.02 |
| 12–25 | 0.02–0.04 | |
| 25–50 | 0.02–0.05 | |
| 50–165 | 0.04–0.08 | |
| Niedrige Duktilität (> 41 HRC) Grauguss, Sphäroguss, vergüteter Stahl, harte Kupferlegierungen | 4–12 | 0.01–0.02 |
| 12–25 | 0.02–0.03 | |
| 25–50 | 0.03–0.04 | |
| 50–165 | 0.04–0.05 |
Häufig gestellte Fragen
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Was ist Glattwalzen?
Glattwalzen ist ein spanloses Kaltumformverfahren, das die Oberflächenqualität verbessert, indem gehärtete Rollen gegen ein metallisches Werkstück gedrückt werden. Die Rollen verformen die Oberfläche plastisch — Spitzen werden in Täler eingedrückt — und erzeugen in Sekunden eine spiegelähnliche Oberfläche (Rz < 1 µm). Im Gegensatz zum Schleifen oder Honen wird kein Material abgetragen. Der Prozess führt außerdem zu einer Kaltverfestigung der Oberfläche und erzeugt Druckeigenspannungen, wodurch Verschleißfestigkeit und Dauerfestigkeit verbessert werden.
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Welche Werkstoffe können glattgewalzt werden?
Glattwalzen eignet sich für die meisten plastisch verformbaren Metalle: Stahl, Edelstahl, Aluminium, Kupfer, Messing, Bronze, Gusseisen und Titan. Die Werkstückhärte sollte unter 40–45 HRC liegen. Für Werkstoffe oberhalb dieses Bereichs sind in der Regel Diamantglättwerkzeuge erforderlich.
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Welche Oberflächenqualität kann beim Glattwalzen erreicht werden?
Beim Glattwalzen werden typischerweise Rz < 1 µm und Ra < 0,1 µm erreicht — eine spiegelähnliche Oberfläche. Das genaue Ergebnis hängt von der Qualität der vorbearbeiteten Oberfläche, dem Werkstoff und den Glattwalzparametern ab. Eine vorbearbeitete Oberfläche von Ra 1,6–3,2 µm (durch Drehen oder Reiben) ist vor dem Glattwalzen ideal.
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Worin unterscheidet sich Glattwalzen vom Schleifen oder Honen?
Schleifen und Honen sind abrasive Verfahren, bei denen Material abgetragen wird, um eine bestimmte Oberflächenqualität zu erreichen. Glattwalzen ist dagegen ein nicht abrasives Kaltumformverfahren — es wird kein Material abgetragen. Stattdessen wird die Oberfläche plastisch verformt. Dadurch ist Glattwalzen schneller (Sekunden statt Minuten), sauberer (keine Späne, kein Schleifstaub, kein Schlamm) und erzeugt eine mechanisch überlegene Oberfläche: Das verdichtete Gefüge hat eine höhere Tragfähigkeit als eine zerspante Oberfläche mit demselben Ra-Wert.
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Kann ich Glattwalzwerkzeuge auf meiner vorhandenen CNC-Maschine einsetzen?
Ja. AKS Teknik Glattwalzwerkzeuge werden in Standard-Werkzeugaufnahmen eingesetzt — mit Weldon-Schaft (12, 20, 25, 32 mm) oder Morsekegel (MT2–MT5). Sie sind mit jeder CNC-Drehmaschine, jedem Bearbeitungszentrum und jeder Universalmaschine kompatibel. Es ist keine Maschinenmodifikation erforderlich. Der Glattwalzvorgang wird als normaler Werkzeugweg programmiert.
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Was ist der Unterschied zwischen Mehrrollen- und Einrollen-Glattwalzwerkzeugen?
Mehrrollen-Werkzeuge verwenden mehrere Rollen, die symmetrisch um einen konischen Dorn angeordnet sind. Sie sind für Innenbohrungen und Außenwellen ausgelegt, bei denen die Geometrie zylindrisch und gleichmäßig ist. Einrollen-Werkzeuge verwenden eine Rolle an einem federgelagerten Arm. Sie sind vielseitiger — geeignet für zylindrische, konische, plane, verrundete und konturierte Flächen — und werden eingesetzt, wenn die Geometrie keine einfache gerade Bohrung oder Welle ist.
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